Ganzjährig füttern

Freude am Beobachten der Natur und ein Beitrag zum Vogelschutz

Ganzjähriges Füttern ist seit einigen Jahren in aller Munde.

Lange Zeit unterlag das Thema Wildvogelfütterung kontroversen Ansichten. Von Ganzjahresfütterung wagte man sich vor einer Generation gar nicht zu sprechen.

Und doch hat sich in puncto Wildvogelfütterung einiges getan. Während in England schon seit 1970 Studien zeigen wie wichtig eine ganzjährige, kontinuierliche  Zufütterung zum Erhalt der Artenvielfalt ist, wird diese Meinung nun auch in Deutschland wissenschaftlich anerkannt und unterstützt.

Zu Recht- denn bereits die Hälfte der bei uns gezählten Pflanzen- und Vogelarten stehen auf der roten Liste.

Prof. Dr. Peter Berthold, einer der weltweit führenden Ornithologen setzt sich seit Jahren mit seiner Frau Gabriele Mohr für den aktiven Vogelschutz ein. Hier einige Informationen aus ihrem Buch „Vögel füttern – aber richtig“[1]:

Kaum jemand wusste, dass wir im frühen Mittelalter große Populationen von verschiedensten Vogelarten bei uns beherbergten. Lerchen, Ammern, Stare & Co fanden sich überall in unseren Lüften, denn hier gab es eine üppige Vielfalt an Nahrung. Die brachliegenden Felder und kleinbäuerlichen Betriebe boten in Hülle und Fülle alles was das Vogelherz begehrt: Wildkräuter, Insekten, Sämereien, Beeren und Brutstätten. Sogar in Pferdeäpfeln fanden die Wildvögel Haferreste.

Mit fortschreitender Änderung der Landwirtschaftsstrukturen, dem Einsatz von Bioziden, der Durchführung von Flurbereinigungen und einer Reihe neuer Verkehrsanbindungen hat sich die Fauna verändert. Waldlandschaften und brachliegende Felder wurden zu Besonderheiten.

So entziehen wir der Vogelwelt einen schützenden und nahrungsreichen Lebensraum.

Für die Wildvögel gilt es, ganzjährig Nahrungsengpässe zu überstehen und geeignete Brutstätten zu finden, um weiterhin ihren Fortbestand zu sichern.

Sie haben die Möglichkeit, den Vogelschutz zu unterstützen, in dem Sie den Vögeln das wiedergeben, was ihnen durch unsere Kultur genommen wurde.  Bis zu 20  verschiedene Vogelarten lassen sich an der Ganzjahresfutterstelle im sonnigen Garten beobachten.

Mit einer Futterstelle schafft man einen Platz, an dem man die Vögel und ihren Gesang aus nächster Nähe beobachten kann. Die Beziehung zur Natur und zu den Tieren lebt wieder auf.

 

[1] „Vögel füttern – aber richtig“ von Peter Berthold und Gabriele Mohr, erschienen im Codmos Verlag